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Performative Fotografie 2021

Jemand ist gestorben, was bleibt.
Welche Geister verfolgen uns weiterhin.
Manchmal bedeutet der Tod auch Erleichterung.
Woran man sich erinnert.

Vielleicht die Beschaffenheit eines Teppichs, in den man als Kind so oft versinken wollte.

In dieser Arbeit setze ich mich mit dem generationsübergreifenden Trauma auseinander, das in meiner Familie weitergegeben wurde und im Moment des Todes meiner Großmutter sowie bei den darauf folgenden Erbstreitigkeiten intensiv an die Oberfläche trat.

Nach dem Tod der Matriarchin zögern ihre Kinder nicht, ihren Besitz schnell unter sich aufzuteilen. Die Gegenstände werden mit Post-its mit den Namen ihrer neuen Besitzer gekennzeichnet. Die letzten kalten Familienbande zwischen den Geschwistern zerbrechen reibungslos mit dem Wegfall des sozialen Diktats ihrer Mutter, meiner Großmutter. Das Familienwohnhaus, in dem ich noch immer mit meinem Sohn direkt über ihrer alten Wohnung wohne, wird verkauft. Nach und nach leeren sich die Räume.

Der über die Jahre angehäufte Reichtum entpuppt sich schließlich als familiäre Manifestation von Gier, Geiz und emotionaler Kälte.

All dies sind lediglich Abwehrmechanismen, um das Kriegstrauma zu bewältigen, das meine Großmutter als Kind erlebt hat. Im Laufe der Jahre wurde das Trauma unbewusst und stillschweigend weitergetragen und weitergegeben. In Anlehnung an das stereotype Bild des weißen Geistes verkörpert mein Körper in dieser Arbeit nicht nur das Erbe und das Trauma meiner Großmutter, sondern auch meine Kindheitserinnerungen an sie und an die Räume, durch die wir uns alle bewegten. Und meine Sehnsucht nach Wärme und Heilung in jener Zeit.

while you’re gone is from now on forever

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