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ʌnˈplɛzənt

ʌnˈplɛzənt, was so viel bedeutet wie: Sie hat sich nicht klein genug gemacht. Sie hat sich nicht dafür entschuldigt, Platz einzunehmen. Sie hat ihre Meinung gesagt, ist standhaft geblieben und hat den Raum ohne Erklärung verlassen. Freundlichkeit gilt als Tugend: neutral, universell, menschlich. Aber sie ist nicht neutral. Sie ist geschlechtsspezifisch, klassengebunden, rassistisch geprägt und politisch. Die angenehme Frau lächelt, wenn sie wütend ist. Sie relativiert ihre Meinungen, bevor sie sie äußert. Sie reguliert ihre Emotionen, um die Situation zu entschärfen. Sie bedankt sich, bevor sie widerspricht. Angenehmsein, in der Form, wie es von Frauen verlangt wird, ist eine Technik der Eindämmung. Es hält uns lesbar, handhabbar und – was am wichtigsten ist – harmlos.

Dieses Projekt beginnt mit einer Weigerung: Unangenehmheit als einen Fehler zu behandeln, der korrigiert werden muss. Stattdessen behandelt es sie als eine Praxis: manchmal selbst gewählt, manchmal einer Frau allein durch die Tatsache aufgezwungen, dass sie sich weigert, zu verschwinden oder zuzustimmen.

Jede Datei in diesem Archiv enthält ein Porträt und eine Frage:

Inwiefern hat deine Unzufriedenheit dir selbst und anderen bereits geholfen?

Die Frage ist bewusst in der Vergangenheitsform gestellt. Denn sie hat es bereits getan und kennt den Preis dafür. Aber sie weiß auch, was es ihr zurückgegeben hat: sich selbst, der Gesellschaft, ihren Kindern, anderen Frauen und einem Raum, in dem eine Person gebraucht wurde, die das aussprach, was sonst niemand sagen wollte.

Eine Akte ist per Definition eine Aufzeichnung. Sie enthält Beweismaterial, das aufbewahrt wird. Diese Akten sind ein Akt der Bewahrung dessen, was allzu oft als schwierig abgetan, als schrill oder hysterisch abgewertet und aus der offiziellen Darstellung dessen, wer als gute Frau gilt, gestrichen wurde. 
Diese Akten betonen, dass das Unangenehme der springende Punkt war und – heute mehr denn je – tatsächlich der springende Punkt IST. 
Und dass die Frauen, die als schwierig oder unbequem beschrieben wurden, einfach die Ersten waren und immer noch sind – heute mehr denn je und in den meisten Fällen –, die bemerkten, dass etwas nicht stimmte. Und unhöflich genug waren, dies laut auszusprechen.

Dieses Projekt ist noch im Gange und wird weiterhin Bilder und Geschichten/Aussagen weiterer „unangenehmer“ Frauen sammeln. 
Kennst du eine? Bist du eine? Melde dich bei mir!

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