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Lovers Into Things / Things Into Lovers I-IV

Performance Serie 2011 - 2012

Konzept 2011
Werbespots, die jeweils für ein anderes Produkt werben, aber alle das Gefühl „Liebe“ mit dem Produkt verknüpfen, werden von mir in Sequenzanalysen in Worte gefasst. Mir ist es wichtig, die Marke bzw. das Unternehmen nicht explizit zu nennen und nicht direkt darauf hinzuweisen, dass es sich um einen Werbespot handelt. Die Sprache wird bewusst neutral gehalten. Der Fokus liegt auf der genauen Beschreibung der Bilder oder Schauplätze. Ich lerne den geschriebenen Text gründlich auswendig.

Für die Performance gebe ich den Text sitzend vor einem kleinen Fernseher wieder. Meine Augen sind geschlossen, ich öffne sie erst beim Wort „Cut“ und schaue einer Person im Publikum in die Augen. Indem ich die Bilder verbalisiert und so präzise wie möglich beschreibe, dehnt sich ein 30-Sekunden-Werbespot während der Performance plötzlich auf über 5 Minuten aus. In meiner Arbeit entstehen die Bilder im Betrachter und sind somit auch von ihrer eigentlichen Eigenschaft der Wiederholung und Wiedererkennbarkeit losgelöst.

Lovers Into Things / Things Into Lovers V

Performance 2019

Hier geht es um die wirtschaftliche Instrumentalisierung der Liebe selbst. Ob in Verbindung mit Produkten oder als eigenständiges Produkt – das Gefühl und das Verlangen danach werden durch eine Vielzahl von Medienquellen geschürt. Dennoch hat dies seinen Preis. Um Intimität zu erlangen, muss man zunächst die eigene Intimsphäre verkaufen. Wer oder was ist hier das Produkt, und wer bezahlt dafür? Haben sich romantische Begegnungen und Erwartungen an romantische Partner im realen Leben aufgrund der Kommerzialisierung der Liebe bereits verändert?

Vor dem Hintergrund von YouTubes „Zusammenstellung der romantischsten Szenen aus Hollywood-Filmen“ flirtet ein steriler weiblicher Körper mit nacktem Oberkörper mit dem Publikum. Die Bilder werden zudem auf diesen Körper projiziert, während das Gesicht das Publikum widerspiegelt. Gleichzeitig informiert eine Textcollage aus den Nutzungsbedingungen verschiedener Dating-Apps das Publikum über den Dating-Gig, der gerade stattfindet. Währenddessen nimmt der Körper körperlichen Kontakt mit den Besuchern auf, berührt, umarmt und flirtet. Schließlich beginnt der Körper, sich zu entblößen und langsam zu bewegen, und erzählt dabei eine bizarre Geschichte über seine Beziehung zu einem Doktoranden, der seine Dissertation über die Fragwürdigkeit der Nutzungsbedingungen von Facebook im Hinblick auf die Menschenrechte schreibt. Diese Affäre hat sich tatsächlich unabhängig von Dating-Apps zugetragen. Die Privatsphäre wird so öffentlich und unkontrollierbar.

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